Als der ASB-Regionalverband Ostwestfalen-Lippe im Sommer 2024 das Quartierszentrum Echternstraße übernahm, wurde eine klare Vision umgesetzt: ein Haus zu schaffen, das Menschen verbindet, Generationen zusammenführt und neue Formen des Lebens, Wohnens und Miteinanders ermöglicht.
Heute ist das HanseHaus ein zentraler Bestandteil des Quartiersprojekts „Leben und Wohnen im Viertel am Wall“. Hier leben junge und ältere Menschen unter einem Dach, unterstützen sich gegenseitig und profitieren voneinander. Das Angebot reicht von einer Tagespflege mit 18 Plätzen über betreute Wohngruppen mit jeweils zwölf Zimmern bis hin zu Junger Pflege, Studierenden-WGs, Fußpflege oder psychosozialer Betreuung durch den Kreis. Ingo Schlotterbeck, Geschäftsführer des ASB OWL, und seinem Team ist es gelungen, ein lebendiges Miteinander zu schaffen. Nele Tiemann hat vor dem Hintergrund ihrer fundierten Erfahrungen im Pflegebereich das Projekt entscheidend mit begleitet. Sie beschreibt die besondere Herausforderung: „Unser Haus soll Pflege und Perspektive für die Bewohner bieten – und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sein.“

Das Konzept setzt auf Austausch zwischen den Wohnformen: So spielt ein Bewohner aus dem Bereich der Jungen Pflege regelmäßig Schach mit einem Besucher der Tagespflege. Birgit Münster, Pflegedienstleitung der Tagespflege, begrüßt dieses offene Miteinander: „So entstehen Kontakte über die eigene Gruppe hinweg – das erweitert die Möglichkeiten für jeden Einzelnen.“ Ein weiteres Beispiel: Ein Bewohner der Senioren-WG stellt eigene Bilder und Objekte her. Im HanseHaus wurde eine Ausstellung seiner Werke organisiert – zur Eröffnung kam ein alter Bekannter, mit dem ihn inzwischen eine erneuerte Freundschaft verbindet.
Dass dieses Konzept angenommen wird, ist das Ergebnis einer Kultur, die auf Vertrauen und Eigenverantwortung setzt. So ist ein Ort entstanden, der lebendig ist – und zeigt, wie moderne Quartiersarbeit funktionieren kann.
Text: Ute Ludwig