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Ein Unglücksfall kann Menschen aus der Normalität ihres Lebens reißen: ein Verkehrsunfall, der plötzliche Tod eines nahestehenden Menschen oder eine Naturkatastrophe. Verletzungen des Körpers oder Sachschäden sind offensichtlich und können behandelt oder erneuert werden. Was aber ist mit den Verwundungen der Seele?
Für solche Einsätze bildet der ASB in Witten mit Unterstützung des ASB Deutschland und des ASB NRW Menschen aus, die ehrenamtlich in kritischen und belastenden Lebenssituationen durch Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zum Einsatz kommen.
PSNV ergänzt Einsatz vor Ort 
„Wenn ich gefragt werde, was PSNV überhaupt ist, bezeichne ich es als Erste Hilfe für die Seele“, erläutert Kirsten Schäfer, Geschäftsführerin des ASB Witten, selbst aktiv in der PSNV und Organisatorin der derzeitigen Ausbildung im ASB. „Ziel ist es, durch diese Intervention einer möglichen Traumatisierung vorzubeugen, indem wir die Betroffenen in der belastenden Situation nicht alleinlassen.“ Das bestätigt auch Birgit Schwickerath-Näscher. Sie ist als Ehrenamtliche in der PSNV engagiert und beschreibt ihr Vorgehen so: „Bei verschiedenen Einsätzen habe ich erlebt, wie viel Positives man mit wenig erzielen kann, indem man zur rechten Zeit anwesend ist, zuhört, sich dem Menschen zuwendet, der sich in einer Notsituation befindet, und tröstende Worte spricht. Einfach da sein und auf die seelische Wunde ein Pflaster legen, das ist der erste Schritt zu einer besseren Verarbeitung und Heilung.“
Die PSNV-Ausbildung umfasst 17 Unterrichtstage – vorwiegend an Wochenenden – und ein Praktikum im Rettungsdienst. Nach der Ausbildung werden die Ehrenamtlichen in akuten Situationen wie Rettungskräfte über die Notfallnummer des jeweiligen Kreises angefordert und ergänzen den Einsatz vor Ort.
Dabei verstehen sich die PSNV-Einsatzkräfte nicht als Therapeut:innen. Trotz der oft belastenden und menschlich berührenden Situationen empfinden die Menschen in der Psychosozialen Akuthilfe ihr ehrenamtliches Engagement als Bereicherung.
Interessierte können sich an Kirsten Schäfer wenden: k.schaefer@asb-en.de
Text: Ute-Andrea Ludwig